Das Optionsgruppen-Steuerelement

Access stellt für die Auswahl von Werten unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehören Kombinationsfelder, Listenfelder, Kontrollkästchen und Optionsgruppen. Letzteren widmet sich der vorliegende Beitrag. Sie erfahren, wann Sie Optionsgruppen im Vergleich zu den anderen Steuerelementen einsetzen sollten, wie Sie Optionsgruppen auslesen, an eine Datenherkunft binden und programmieren. Außerdem finden Sie Beispiele für die Programmierung von Optionsgruppen, die voneinander abhängen.

Optionsgruppen kann man für die unterschiedlichsten Dinge verwenden. Grundsätzlich dienen Sie aber der Auswahl von Optionen beziehungsweise Daten. Die Auswahl einer Option kann entweder direkt eine entsprechende Aktion auslösen, oder die Anwendung wertet die Auswahl der Option erst später aus – beispielsweise, wenn der Benutzer eine Schaltfläche betätigt. Optionsgruppen können entweder an eine Datenherkunft – beispielsweise eine Tabelle – gebunden sein oder einfach nur zur Auswahl einer Option dienen, die den Verlauf der Anwendung beeinflusst. Zur Auswahl einer Option innerhalb einer Optionsgruppe stehen unterschiedliche Steuerelemente zur Verfügung – Optionsfelder, Kontrollkästchen und Umschaltflächen. Außerdem können Sie Optionsgruppen auch programmieren – beispielsweise, um einzelne Optionen oder die komplette Optionsgruppe zu aktivieren oder zu deaktivieren oder unsichtbar zu machen. Es gibt also eine ganze Menge interessante Dinge rund um Optionsgruppen, mit denen sich die folgenden Kapitel eingehend beschäftigen.

Einsatzbereiche von Optionsgruppen

Datenbankanwendungen fordern den Benutzer oft zur Eingabe bestimmter Informationen auf. Access bietet zu diesem Zweck unterschiedliche Steuerelemente, die für verschiedene Einsätze optimiert sind. So verwendet man Kombinationsfelder und Listenfelder, wenn man eine große oder veränderliche Anzahl von Daten zur Auswahl anbieten möchte.

Dabei erhalten Kombinationsfelder den Vorzug, wenn nicht viel Platz zur Verfügung steht und die Auswahl nicht ständig präsent sein muss. Listenfelder zeigen einen größeren Ausschnitt der verfügbaren Daten an, nehmen aber deutlich mehr Platz ein.

Kontrollkästchen und die Optionsgruppen sind in der Anzahl der anzuzeigenden Auswahlmöglichkeiten begrenzt. Dabei bieten die Kontrollkästchen lediglich die Möglichkeit, eine Auswahl anzunehmen oder abzulehnen. Das heißt, dass nur die Auswahlmöglichkeiten Ja oder Nein zur Verfügung stehen. Mit einer Optionsgruppe hingegen können Sie zwei oder mehrere Möglichkeiten zur Verfügung stellen. Die Anzahl müssen Sie allerdings beim Anlegen des Steuerelements festlegen, da von der Anzahl der Optionen auch der Platzbedarf abhängt.

Ungebundene Optionsgruppen

Ungebundene Optionsgruppen sind nicht von einer Datenherkunft abhängig. Sie können solche Optionsgruppen beispielsweise zur Auswahl einer Funktion anstelle unterschiedlicher Schaltflächen einsetzen.

Beispiel einer Optionsgruppe mit sofortiger Auswertung

Im ersten Beispiel erstellen Sie eine Optionsgruppe, die sofort nach einer Benutzereingabe ausgewertet werden soll. In dem Beispiel kann der Benutzer eine von vier Farben auswählen. Nach der Auswahl soll die Überschrift die ausgewählte Farbe erhalten.

Anlegen einer Optionsgruppe

Wenn Sie eine Optionsgruppe anlegen möchten, öffnen Sie zunächst das gewünschte Formular in der Entwurfsansicht. Der erste Schritt beim Anlegen einer Optionsgruppe ist, dem Formular den Rahmen der Optionsgruppe hinzuzufügen. Dazu klicken Sie in der Toolbox auf das entsprechende Symbol. Ziehen Sie dann im Detailbereich des Formulars einen Rahmen von der gewünschten Größe auf (s. Abb. 1). Als Ergebnis erhalten Sie einen leeren Rahmen mit der Beschriftung Rahmen0.

pic001.png

Abb. 1: Der aufgezogene Rahmen der Optionsgruppe

Abb. 2 zeigt das Aussehen der Optionsgruppe in der Formularansicht. Prinzipiell haben Sie hier direkt zwei Steuerelemente angelegt: Den Rahmen der Optionsgruppe und das Beschriftungsfeld.

pic002.png

Abb. 2: Der Rahmen der Optionsgruppe in der Formularansicht

Damit Sie später komfortabler auf die Optionsgruppe zugreifen können, benennen Sie nun zunächst den Namen der Optionsgruppe in fraSchriftfarbe um. Dazu klicken Sie irgendwo auf den Rahmen der Optionsgruppe und ändern die entsprechende Eigenschaft. Zusätzlich sollten Sie noch die Beschriftung des Bezeichnungsfeldes anpassen, zum Beispiel Schriftfarbe auswählen. Damit greifen Sie auch gleichzeitig schon dem kommenden Beispiel vor – denn die Optionsgruppe soll zur Auswahl der Schriftfarbe der Beschriftung der Optionsgruppe dienen.

Zum ändern der Schriftfarbe müssen Sie auf das Bezeichnungsfeld zugreifen – geben Sie ihm deshalb den Namen lblOptionsgruppenbeschriftung.

Hinzufügen von Optionsfeldern

Fügen Sie der Optionsgruppe nun vier Optionsfelder hinzu. Dazu klicken Sie in der Toolbox auf das entsprechende Symbol und bewegen den nun als Optionsfeld mit Fadenkreuz erscheinenden Mauszeiger auf die gewünschte Stelle. Der Hintergrund der Optionsgruppe ändert sich, wenn Sie den Mauszeiger in den Rahmen der Optionsgruppe bewegen (Abb. 3). ändern Sie anschließend die Beschriftungen der Bezeichnungsfelder in Schwarz, Blau, Rot und Gelb um.

pic003.png

Abb. 3. Einfügen einiger Optionsfelder in die neue Optionsgruppe

Hinweis: Im folgenden Beispiel verwenden Sie eine eingebaute VBA-Funktion namens QBColor zur Veränderung der Schriftfarbe der Beschriftung der Optionsgruppe. Die Funktion gibt für bestimmte Zahlenwerte den in VBA benötigten mehrstelligen Farbcode aus. Für das Beispiel müssen Sie die kurzen Farbwerte für die folgenden Farben kennen: Schwarz (0), Blau (1), Rot (4) und Gelb (6). Eine Beschreibung der Funktion sowie die Codes für die anderen Farben finden Sie in der Online-Hilfe unter dem Stichwort QBColor.

Den Beschriftungen entsprechend sollten Sie auch die Namen der Optionsfelder (nicht der dazugehörigen Bezeichnungsfelder!) anpassen, also etwa optSchwarz. Das dient aber nur der konsequenten Benennung der Steuerelemente, ein späterer Zugriff per Code auf die einzelnen Optionsfelder erfolgt nicht.

Wichtiger ist die Eigenschaft Optionswert eines Optionsfeldes. Sie finden die Eigenschaft im Register Daten des Eigenschaftsfensters.

Access legt für jedes Optionsfeld einen eindeutigen Zahlenwert an. Der Optionswert entspricht aber nicht immer den Anforderungen des Anwenders. Im vorliegenden Fall soll die Funktion QBColor anhand des Optionswertes der ausgewählten Option die Farbe der Schrift der Optionsgruppenbeschriftung anpassen. Daher tragen Sie als Optionswert der Optionsfelder die der Farbe entsprechenden Zahlenwerte ein – also etwa 0 für Schwarz.

Eigenschaften der Optionsgruppe anpassen

Nachdem Sie nun alle Optionsfelder eingerichtet haben, fehlen noch einige Einstellungen für die Optionsgruppe.

Sie können den ausgewählten Optionswert nämlich nur über die Optionsgruppe auswählen. Dementsprechend können Sie den Wert auch nur über die Eigenschaften der Optionsgruppe festlegen. Wenn Sie nun den Inhalt der Optionsgruppe ermitteln möchten, zeigen Sie zunächst das Formular in der Formularansicht an. Anschließend aktivieren Sie mit Strg + G das Testfenster und geben die folgende Anweisung ein:

 Forms!frmOptionsgruppen!fraSchriftfarbe

Wenn Sie noch kein Feld der Optionsgruppe angeklickt haben, sollte im Testfenster als Antwort auf die Eingabe der Ausdruck NULL erscheinen. Wenn Sie nun eine der Option aktivieren und die Eingabe wiederholen, sollte der Zahlenwert der gewünschten Farbe erscheinen. Damit die Optionsgruppe direkt beim Anzeigen des Formulars eine bestimmte Option aktiviert, legen Sie den gewünschten Wert in der Eigenschaft Standardwert der Optionsgruppe fest, beispielsweise den Wert 0 für die Farbe Schwarz (Abb. 4).

pic004.png

Abb. 4: Die fertige Optionsgruppe in der Formularansicht

Auswertung der Optionsgruppe

Sie haben das Ende des frei verfügbaren Textes erreicht. Möchten Sie ...

Workplace

Jahresabonnement TestzugangOder haben Sie bereits Zugangsdaten? Dann loggen Sie sich gleich hier ein:

Schreibe einen Kommentar