Emulation im Webbrowser-Steuerelement einstellen

Wenn Sie das Webbrowser-Steuerelement nutzen, wird üblicherweise der Internet Explorer emuliert. Für viele Anwendungen ist das jedoch wenig hilfreich, denn sie funktionieren nur mit neueren Versionen des Internet Explorers oder auch nur noch mit Microsoft Edge. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie einstellen, welche Version des Microsoft-Browsers im Webbrowser-Steuerelement angezeigt wird – und Sie erfahren auch, wie sie herausfinden, welchen Browser das Steuerelement gerade anzeigt.

Vorbereitung

Bevor wir uns anschauen, wie Sie das Webbrowser-Steuerelement zum Emulieren einer der Versionen des Internet Explorers oder von Microsoft Edge bewegen, legen wir als Erstes in einer Beispieldatenbank ein neues Formular namens frmWebbrowser an und fügen diesem ein Webbrowser-Steuerelement namens ctlWebbrowser hinzu. Um den Aufbau so praktisch wie möglich zu gestalten und unsere Versuche schnell durchführen zu können, wollen wir dafür sorgen, dass das Webbrowser-Steuerelement immer die folgende Webseite anzeigt:

https://www.whatsmybrowser.org/

Diese Seite liefert uns einen Hinweis darauf, welcher Browser im Webbrowser gerade emuliert wird. Damit diese direkt beim Öffnen des Formulars mit dem Webbrowser erscheint, fügen wir dem Formular außerdem ein Textfeld namens txtURL hinzu.

Dieses erhält die folgende Ereignisprozedur für die Ereigniseigenschaft AfterUpdate:

Private Sub txtURL_AfterUpdate()
     Me!ctlWebbrowser.ControlSource = "=""" & Me!txtURL _
         & """"
End Sub

Diese stellt die Eigenschaft Steuerelementinhalt auf die im Textfeld txtURL angegebene Internetadresse ein.

Nun wollen wir noch beim Laden die Adresse https://www.whatsmybrowser.org/ einstellen und öffnen. Dazu fügen wir für die Ereigniseigenschaft Beim Laden noch die folgende Prozedur hinzu, welche die Adresse in das Textfeld txtURL schreibt und die Prozedur txtURL_AfterUpdate aufruft:

Private Sub Form_Load()
     Me!txtURL = "https://www.whatsmybrowser.org/"
     txtURL_AfterUpdate
End Sub

Damit das Formular direkt beim Öffnen der Datenbankdatei angezeigt wird, stellen wir in den Access-Optionen noch die Option Formular anzeigen im Bereich Aktuelle Datenbank unter Anwendungsoptionen auf den Namen des Formulars ein, hier frmWebbrowser.

Öffnen Sie die Anwendung nun, erscheint direkt das Formular und zeigt die oben genannte Webseite an.

Anzeige des verwendeten Browsers

Dies sorgt bei den Standardeinstellungen von Windows üblicherweise für die Anzeige aus Bild 1. Das ist natürlich nicht das, was wir uns wünschen – wir hätten lieber aktuellere Funktionen wie etwa von Microsoft Edge.

Anzeige des verwendeten beziehungsweise emulierten Browsers im Webbrowser-Steuerelement

Bild 1: Anzeige des verwendeten beziehungsweise emulierten Browsers im Webbrowser-Steuerelement

Anderen Browser emulieren

Wie also erreichen wir die Emulation eines anderen Browsers Dazu sind folgende Schritte nötig:

  • Alle (!) Instanzen von MsAccess.exe schließen. Also auch die, die gegebenenfalls unsichtbar im Hintergrund laufen. Ob das der Fall ist, erfahren Sie im Task Manager von Windows.
  • In der Windows Registry einen bestimmten Wert einstellen.
  • Die Beispieldatenbank erneut öffnen und schauen, ob sich der für die Emulation verwendete Browser geändert hat.

Im Detail sieht es so aus, dass Sie herausfinden müssen, welches Registry-Element den notwendigen Wert enthält. Warum das Weil es unter Umständen mehrere gibt, welche diesen möglicherweise enthalten – mehr dazu weiter unten.

Richtigen Registry-Eintrag finden

Der Registry-Eintrag, der für die gewählte Emulation im Webbrowser-Steuerelement verantwortlich ist, befindet sich in einem neuen Windows 11-System an der folgenden Stelle in der Registry:

Computer\HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Internet Explorer\Main\FeatureControl\FEATURE_BROWSER_EMULATION

Um diesen anzupassen, öffnen Sie zunächst die Registry. Dazu geben Sie in die Windows-Suche den Suchbegriff RegEdit ein und betätigen die Eingabetaste. Es erscheint der Dialog Registrierungs-Editor.

Hier können Sie direkt den obigen Pfad in das Textfeld im oberen Bereich eingeben und diesen mit der Eingabetaste übernehmen. Es erscheint dann das Element mit den entsprechenden Registry-Einträgen (siehe Bild 2).

Standardeinstellungen in der Registry

Bild 2: Standardeinstellungen in der Registry

Hier befindet sich ein Registryeintrag namens MsAccess.exe, welcher den dezimalen Wert 11.001 enthält. Um diesen Wert zu ändern, klicken Sie doppelt auf den Eintrag MsAccess.exe. Es erscheint ein neuer Dialog, in dem Sie zunächst die Anzeige des Wertes von Hexadezimal auf Dezimal ändern. Dann geben Sie dort einmal den Wert 99.999 ein (siehe Bild 3).

Einstellen des DWORD-Wertes MsAccess.exe

Bild 3: Einstellen des DWORD-Wertes MsAccess.exe

Wenn Sie das Eingabefenster für den Wert nun schließen, können Sie die Access-Anwendung erneut öffnen. Wir haben den richtigen Registry-Eintrag getroffen – die Webseite whatsmybrowser.org zeigt nun an, dass wir als Browser Edge 18 verwenden (siehe Bild 4).

Dieser Browser entspricht dem Stand der Technik.

Bild 4: Dieser Browser entspricht dem Stand der Technik.

Wenn wir nun allerdings Microsoft Edge öffnen, sehen wir, dass dort die tatsächlich aktuellste Version dieses Browsers angezeigt wird – nämlich die Version 99.

Die Version Edge 18 stammt tatsächlich aus dem Jahr 2018 und ist schon etwas betagter – aber immerhin ist sie wesentlich frischer als der Internet Explorer 11, der standardmäßig für das Webbrowser-Steuerelement eingestellt ist.

Alternative Registry-Einträge

Falls die Änderung in dem oben angegebenen Registryzweig keine Wirkung hat, durchsuchen Sie die Registry nach dem Begriff FEATURE_BROWSER_EMULATION. Enthält dieser ein Element namens MSAccess.exe, können Sie dessen Wert testweise ändern und sehen, ob sich damit die emulierte Version ändert.

Tipp: Durchsuchen Sie die Registry zunächst nach allen Vorkommen und notieren Sie sich die Werte, danach können Sie dann experimentieren. Und nicht vergessen: Änderungen zeigen sich nur, wenn zwischendurch alle Instanzen der MSAccess.exe geschlossen sind!

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Enthaltene Beispieldateien:

Webbrowser.accdb

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