Fehlerbehandlung mit vbWatchdog

Fehlerbehandlung ist für viele eine lästige Pflicht. Wenn man es richtig machen will, muss man jede einzelne Routine mit einer Fehlerbehandlung versehen. Dazu kommen noch Zeilennummern, Angabe des Modul- und Prozedurnamens und Informationen wie die Fehlernummer und Beschreibung. Die damit zusammenhängende Schreibarbeit kann man sich auf elegante Weise vom Hals schaffen – und mehr. Erreichen können Sie dies mit vbWatchdog – vier Klassenmodule und ein paar Zeilen Code sorgen für eine professionelle Fehlerbehandlung und wesentlich schlankere Prozeduren.

+++ Frühlingsaktion +++
+++ Access [basics] Jahresabo
+++ plus eBook "Das Access 2003-Entwicklerbuch"
+++ 39,95 Euro statt 79,- Euro inkl. MwSt.!
+++ www.access-basics.de

vbWatchdog gibt es in zwei Versionen: Standard und Enterprise. Die Enterprise-Version enthält einige Features mehr, die den aktuellen Unterschied von 50% Aufschlag zum Preis der Standardversion mehr als rechtfertigen. Normalerweise werden in Access im Unternehmen keine kostenpflichtigen Tools vorgestellt, aber wenn eines soviel Arbeit wie in diesem Fall sparen kann, machen wir eine Ausnahme.

vbWatchdog ist der deutlich verbesserte Nachfolger des SimplyVB6 – Global Error Handlers des gleichen Herstellers. vbWatchdog können Sie in beliebig viele Anwendungen einbauen. Preise für Mehrbenutzer-Lizenzen finden Sie auf der Webseite unter www.acciu.de/watchdog.

Die Testversion von vbWatchdog finden Sie unter dem gleichen Link. Nach dem Download starten Sie die .exe-Datei, die ein COM-Add-In für den VBA-Editor installiert. Dieses fügen Sie im VBA-Editor über den Menüeintrag Add-Ins|vbWatchdog|Add vbWatchdog to this project zum aktuellen VBA-Projekt hinzu (s. Abb. 1).

pic001.png

Abb. 1: Einfügen des vbWatchdog in ein VBA-Projekt

Dies fügt dem aktuellen Projekt vier Klassenmodule hinzu, welche die komplette Funktionalität enthalten – es sind keine externen DLLs et cetera nötig (s. Abb. 2). Sie geben vbWatchdog also als Teil der Anwendung weiter.

pic002.png

Abb. 2: Die vier Klassen des vbWatchdog

Und damit kann die Fehlerbehandlung schon beginnen: Sie brauchen vbWatchdog nur zu aktivieren und schon kümmert sich das Tool um alle auftretenden Laufzeitfehler. Die Aktivierung erfolgt im einfachsten Fall mit der folgenden Anweisung (eine Instanzierung der Klasse ErrEx ist nicht nötig):

Public Sub vbWatchdogAktivieren()
    Call ErrEx.Enable("")
End Sub

Damit sorgen Sie dafür, dass vbWatchdog im Fehlerfall seinen eingebauten Dialog anzeigt. Nehmen wir an, Sie starten bei aktiviertem vbWatchdog die folgende Prozedur:

Public Sub Testfehler()
    Debug.Print 1 / 0
End Sub

Die resultierende Fehlermeldung sieht dann wie in Abb. 3 aus. Wenn Sie nicht mehr mit vbWatchdog arbeiten möchten, deaktivieren Sie es mit der folgenden Anweisung:

pic003.png

Abb. 3: Eine einfache Fehlermeldung des vbWatchdog

ErrEx.Disable

Wenn Sie nicht die eingebaute Fehlermeldung von vbWatchdog sehen wollen, können Sie selbst eine globale Fehlerbehandlungsroutine angeben. Dazu aktivieren Sie vbWatchdog wie oben, geben aber den Namen der Prozedur an, die im Falle eines Fehlers aufgerufen werden soll:

Public Sub vbWatchdogMitEigenerMeldung()
    Call ErrEx.Enable("aiuFehlerbehandlung")
End Sub

Die eigene Fehlerbehandlung soll in der Prozedur aiuFehlerbehandlung erfolgen und sich zunächst einfach per Meldungsfenster zu Wort melden:

Public Sub aiuFehlerbehandlung()
    MsgBox "Fehler!"
End Sub

Lösen Sie nun erneut einen Fehler aus, erscheint erst das Meldungsfenster und dann erneut der eingebaute Dialog von vbWatchdog.

Fehler protokollieren

Die Fehlerbehandlungsprozedur aiuFehlerbehandlung können Sie beispielsweise nutzen, um die Fehler in Tabellen zu dokumentieren. Dazu legen Sie zunächst eine einfache Fehlertabelle wie in Abb. 4 an. Normalerweise würden Sie hier auch Informationen wie Projektname, Prozedurname, Modulname, Zeilennummer oder den Inhalt der fehlerhaften Zeile eintragen.

pic004.png

Abb. 4: Tabellen zum Speichern von Fehlern …

Nun bietet vbWatchdog allerdings auch noch die Möglichkeit, Informationen aller Routinen auszugeben, die zum Auslösen des Fehlers geführt haben. Wenn also die Prozedur Testfehler2 die Prozedur Testfehler1 aufruft und diese wiederum die Prozedur Testfehler, in der schließlich ein Fehler auftritt, dann kann es für den Entwickler von großem Nutzen sein, wenn er diesen Hergang kennt. Die Informationen dieses sogenannten Fehlerstacks liefert vbWatchdog ebenfalls, weshalb wir diese Informationen in eine weitere, per 1:n-Beziehung mit der Tabelle tblFehler verknüpfte Tabelle namens tblFehlerstack auslagern (s. Abb. 5). Ein Beispiel für Einträge in diese Tabellen finden Sie in Abb. 6.

pic005.png

Abb. 5: … und der Schritte, die dazu führten.

pic006.png

Abb. 6: Dokumentation eines einfachen Fehlers

Variablen zum Fehlerzeitpunkt archivieren

Wenn wir schon beim Archivieren sind, legen wir auch gleich noch eine dritte Tabelle zum Speichern der Variablen und ihrer Inhalte zum Zeitpunkt des Fehlers an. Diese sieht wie in Abb. 7 aus und ist über das Feld FehlerstackID mit der Tabelle tblFehlerstack verknüpft.

pic012.png

Abb. 7: Speichern der Variablen zum Zeitpunkt eines Fehlers

Archivieren von Fehlern, Stack und Variablen

Nun passen wir die Fehlerbehandlungs-Prozedur so an, dass sie die gewünschten Daten in die beiden Tabellen schreibt. Das Ergebnis sieht wie in Listing 1 aus. Die Prozedur verwendet zunächst die beiden Eigenschaften Number und Description des ErrEx-Objekts und schreibt diese in die Tabelle tblFehler. Dann durchläuft sie eine Do…Loop-Schleife und schreibt in jedem Durchlauf die Eigenschaften ProjectName, ModuleName, ProcedureName, LineNumber und LineCode des CallStack-Elements in die zweite Tabelle. Außerdem trägt sie dort die ID des soeben hinzugefügten Eintrags der Tabelle tblFehler hinzu, damit die Stack-Informationen dem Fehler zugeordnet werden können. Abb. 6 zeigt, wie das für einen einfachen Fehler aussehen kann, der über drei Prozeduren angestoßen wurde.

Listing 1: Speichern von Fehlerinformationen in drei Tabellen

Public Sub aiuFehlerbehandlung()
    Dim db As DAO.Database
    Dim lngFehlerID As Long
    Dim lngStackID As Long
    Dim strSQLError As String
    Dim strSQLErrorstack As String
    Dim strSQLVariablen As String
    Set db = CurrentDb
    With ErrEx
        strSQLError = "INSERT INTO tblFehler(Fehlerzeit, Fehlernummer, Fehlerbeschreibung) VALUES(" _
            & ISODatum(Now) & ", " & .Number & ", ''" & .Description & "'')"
        db.Execute strSQLError, dbFailOnError
        lngFehlerID = db.OpenRecordset("SELECT @@IDENTITY").Fields(0)
        With ErrEx.Callstack
            Do
                strSQLErrorstack = "INSERT INTO tblFehlerstack(Projektname, Modulname, Prozedurname, " _
                    & "Zeilennummer, Zeileninhalt, FehlerID) VALUES(''" & .ProjectName & "'',''" _
                    & .ModuleName & "'',''" & .ProcedureName & "''," & .LineNumber & ",''" & .LineCode _
                    & "''," & lngFehlerID & ")"
                db.Execute strSQLErrorstack, dbFailOnError
                lngStackID = db.OpenRecordset("SELECT @@IDENTITY").Fields(0)
                With ErrEx.Callstack.VariablesInspector
                    .FirstVar
                    Do While Not .IsEnd
                        strSQLVariablen = "INSERT INTO tblVariablen(Variablenname, Variablenwert, " _
                            & " Datentyp, Gueltigkeitsbereich, StackID) VALUES(''" & .Name & "'',''" _
                            & .Value & "'',''" & .Type & "'',''" & .Scope & "''," & lngStackID & ")"
                        db.Execute strSQLVariablen, dbFailOnError
                        .NextVar
                    Loop
                End With
            Loop While .NextLevel
        End With
    End With
End Sub

Sie haben das Ende des frei verfügbaren Textes erreicht. Möchten Sie ...

Workplace

Jahresabonnement TestzugangOder haben Sie bereits Zugangsdaten? Dann loggen Sie sich gleich hier ein:

Schreibe einen Kommentar